Auftakt des Seminarfachs „Lichtverschmutzung“ mit Klimaschutzmanager Mathes Althoff
29. August 2026
Zum Auftakt des Seminarfachs „Lichtverschmutzung“ im 12. Jahrgang begrüßte der Kurs Mathes Althoff, Klimaschutzmanager der Stadt Haselünne.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Frage, welche Bedeutung künstliche Beleuchtung im öffentlichen Raum hat und welche Anforderungen bei der Gestaltung moderner Beleuchtungskonzepte berücksichtigt werden müssen. Herr Althoff erläuterte den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern, warum Beleuchtung im Stadtbild unter anderem für Sicherheit und Orientierung erforderlich ist und welche technischen Möglichkeiten heute zur Verfügung stehen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Wahl geeigneter Leuchtmittel und deren Bedeutung für Energieverbrauch, Klima- und Umweltschutz. Dabei wurde deutlich, dass nicht allein die Helligkeit einer Beleuchtung entscheidend ist. Auch Lichtfarbe, Ausrichtung, Beleuchtungsdauer und die gezielte Begrenzung des Lichts auf tatsächlich benötigte Bereiche spielen eine wichtige Rolle.
Zugleich machte Herr Althoff deutlich, dass die Bemühungen zur Vermeidung unnötiger Lichtemissionen in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen stehen. Einerseits soll die Beleuchtung des öffentlichen Raums Sicherheit und Orientierung gewährleisten, andererseits bestehen bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden auch ästhetische Vorstellungen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung und Beleuchtung des Stadtbildes. Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung erfordern daher häufig eine Abwägung zwischen ökologischen, funktionalen und gestalterischen Anforderungen.
Darüber hinaus stellte Herr Althoff aktuelle Ansätze einer bedarfsgerechten beziehungsweise adaptiven Beleuchtung vor. Solche Systeme ermöglichen es beispielsweise, Beleuchtung abhängig von der tatsächlichen Nutzung eines Verkehrsweges zu steuern und dadurch Energieverbrauch und unnötige Lichtemissionen zu reduzieren. Ein Pilotprojekt in Haselünne wurde hierzu vorgestellt.
Wie solche Entscheidungen in der kommunalen Praxis aussehen können, erprobten die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer anschließend selbst. Grundlage war der Bauplan eines realen Baugebiets der Stadt Haselünne. Auf einer entsprechenden Karte entwickelten die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer eigene Vorschläge für dessen Straßenbeleuchtung. Dabei konnten sie zwischen unterschiedlichen Beleuchtungsvarianten wählen, unter anderem zwischen Pilzleuchten und LED-Leuchten. Für die LED-Beleuchtung stand zusätzlich eine Variante mit automatischer Abschaltung beziehungsweise bedarfsgerechter Steuerung zur Verfügung. Die verschiedenen Lösungen mussten anschließend auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden. Neben den Anschaffungskosten waren daher insbesondere die langfristig entstehenden Energie- und Betriebskosten sowie mögliche Einsparungen durch eine bedarfsgerechte Steuerung zu berücksichtigen.
Die Aufgabe machte anschaulich deutlich, dass bei der Planung öffentlicher Beleuchtung technische, wirtschaftliche und ökologische Anforderungen gegeneinander abgewogen werden müssen. Der Besuch bot den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern damit einen unmittelbaren Einblick in die kommunale Perspektive auf das Thema Lichtverschmutzung. Die gewonnenen Impulse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit im Seminarfach, in dem sich die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer in den kommenden Monaten mit eigenen Fragestellungen rund um Lichtverschmutzung, ihre Ursachen und ihre Auswirkungen beschäftigen werden.






