Serbienaustausch 2025
Ende September 2025 machten sich 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 und 12 gemeinsam mit fünf begleitenden Lehrkräften auf den Weg nach Serbien. Was die Reisegruppe in Belgrad erwartete, war weit mehr als ein gewöhnlicher Schüleraustausch – es wurde eine intensive Begegnung mit einer Gesellschaft im Wandel.
Der Unterschied zwischen unserem beschaulichen Haselünner Schulalltag und dem pulsierenden Leben in der serbischen Hauptstadt könnte kaum größer sein: Die Lebensbedingungen, Schulstrukturen und der Alltag unserer Austauschpartner öffneten insbesondere denjenigen, die Augen für andere Perspektiven und Herausforderungen, die sich erstmals auf dem Balkan aufhielten.
Besonders eindrücklich war die gesellschaftliche Situation vor Ort: Obwohl Herr Ostermann schon im Vorfeld umfassend über die anhaltenden Proteste gegen die Regierung, die von vielen Studierenden und Oberstufenschülerinnen und -schülern als korrupt und intransparent wahrgenommen wird, informiert hatte, waren diese im Alltag kaum sichtbar; einzig die Protestcamps im Pionirski Park sahen wir während unseres Besuches des serbischen Parlaments. Die politische Energie und das Engagement für demokratische Werte auch der Jugendlichem am IX. Belgrader Gymnasium hinterließen aber nachhaltigen Eindruck und regten zu intensiven Diskussionen über politische Teilhabe, Zivilcourage und die Bedeutung von Transparenz in einer Demokratie an.


Trotz aller Unterschiede zeigte sich in den Gesprächen zwischen Haselünner und Belgrader Jugendlichen eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: „Instagram, Discord und ChatGPT sind in Serbien genauso prägende Themen wie in Deutschland“, stellt Fabian (Jg. 12) fest. In gemeinsamen Workshops tauschten sich die Jugendlichen über ihre Erfahrungen aus und stellten fest, dass die Herausforderungen der digitalen Welt uns alle verbinden – unabhängig davon, ob man im Emsland oder auf dem Balkan aufwächst. Diese Erkenntnis wurden dann auf Plakaten festgehalten und im so genannten „Sommerklassenzimmer“ des IX. Belgrader Gymnasiums präsentiert… – auf Deutsch, denn alle serbischen Austauschschülerinnen und -schüler lernen das als zweite Fremdsprache.
Bei strahlendem und manchmal sogar heißem Spätsommerwetter konnten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die berühmte serbische Gastfreundschaft in vollen Zügen genießen. Das ausgezeichnete Essen – von traditionellen Spezialitäten bis hin zu modernen Interpretationen der Balkanküche – wird allen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Die gemeinsamen Mahlzeiten wurden zu Momenten des Austauschs, in denen auch die letzten Sprachbarrieren verschwanden und echte Freundschaften entstanden: „Wir waren jedenfalls nicht zum letzten Mal in Belgrad, der nächste Besuch ist schon in Planung“, grinst Nele (Jg. 12).
Diese Austauschfahrt nach Belgrad hat mal wieder gezeigt, wie bereichernd es ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Wir Haselünner kehren zurück mit neuen Freundschaften, einem geschärften Blick für gesellschaftliche Zusammenhänge und der Gewissheit, dass uns trotz aller Unterschiede mehr verbindet als trennt. Wir freuen uns bereits jetzt auf den Gegenbesuch unserer serbischen Austauschpartner und darauf, ihnen das wunderschöne Emsland zu zeigen.