Schulhund


Wanja stellt sich vor
Warum einen Schulhund am KGH?
Das 3 Faktoren Modell der positiven Wirkung von Schulhunden
Wie sieht der Alltag mit dem Schulhund aus?
Bedenken
Allgemeine Schulhund-Regeln für die Klasse

Wanja stellt sich vor

Mein Name ist Wanja vom Nordteich. Ich bin am 15.12.2017 geboren und lebe mit meiner Mutter Kiki vom Nordteich bei Natascha Jongebloed. Seit November 2018 arbeite ich als Schulhund am Kreisgymnasium und begleite meine Besitzerin in ihre Lerngruppen.

Mein Job besteht darin, durch meine Anwesenheit eine entspannte und beruhigende Atmosphäre zu erzeugen. Wenn die Schüler zu laut sind, bin ich genervt und renne mit meinem Ball durch die Klasse. Ich finde es toll, dass die Schüler sich dann gegenseitig ermahnen und selbstständig für Ruhe sorgen, damit ich mich wieder zufrieden vorne auf meinen Platz legen kann. Ohne mein Lieblingsspielzeug gehe ich übrigens nirgendwohin. Manchmal stibitze ich auch einen Ball aus der Spielekiste oder ich bekomme einen kaputten von den Schülern geschenkt. Das finde ich super!

Auch andere Dinge, die auf dem Boden liegen, finde ich sehr interessant. So eine Tintenpatrone oder ein Stift sind schon cool. Aber die darf ich natürlich nicht nehmen. Daher räumt die Klasse meistens alles weg, bevor ich in den Raum komme.

Ich spüre, wenn es einem Schüler nicht so gut geht. Dann gehe ich zu ihm und versuche, die Person aufzumuntern und zu trösten. Damit diese dann zur Ruhe kommt, lasse ich mich von ihr streicheln. Wenn ich Lust dazu habe, hole ich mir während der Stunde noch ein paar Extrastreicheleinheiten.

Auf Einladung einer Lehrkraft gehe ich auch in andere Unterrichtsstunden. So war ich schon in der 5. Klasse im Biologieunterricht, als sie sich thematisch mit meinen Artgenossen beschäftigt haben. Dort stand ich dann Modell und habe gezeigt, was für tolle Zähne und Pfoten ich habe.

Da der Schulalltag für mich anstrengend ist, bin ich an drei Tagen in der Woche am KGH. Auch an diesen Tagen brauche ich ab und an eine Verschnaufpause. Wenn Natascha keine Zeit für mich hat, lasse ich mich von Frau Niehaus und Frau Brümmer verwöhnen oder mache ein kleines Nickerchen.

Ich hätte nie gedacht, dass mir die Arbeit in der Schule so viel Spaß macht und ich kann es morgens kaum erwarten, dass es losgeht.

 

 

Warum einen Schulhund am KGH?


Wissenschaftliche Studien zeigen: Kinder und Jugendliche, die mit Tieren aufwachsen, sind meist verantwortlicher, empathischer, sozial kompetenter und können besser lernen. Hunde haben nachgewiesenermaßen psychologische Wirkungen auf ihre menschliche Umgebung, wie z. B. die Förderung von Selbstwert und Wohlbefinden. Das führt zu einer entspannenden und angstlösenden Reaktion. Sie tragen daher zu einer besseren Atmosphäre in der Lerngruppe bei, indem sie Vertrauen aufbauen und Sicherheit vermitteln. Da Hunde als Rudeltiere den Menschen so annehmen wie er ist, ohne auf Äußerlichkeiten oder intellektuelles Wissen zu achten, fühlt der Mensch sich bestärkt und akzeptiert. Gerade das Agieren auf einer nonverbalen Ebene schafft einen idealen Gegenpol zu der notwendigerweise verbal geprägten Lernumgebung. Durch den Hund bekommen Schüler eine andere Rolle, über diese Motivation können Fortschritte im Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten erzielt werden.

Da Hunde Stimmungen wesentlich besser wahrnehmen können als Menschen, fördert ihre Anwesenheit gerade ruhige und schüchterne Kinder. Beim Streicheln des Hundes wird beim Menschen das auch als „Kuschelhormon“ bekannte Oxytocin ausgeschüttet, das beim Menschen nachweislich zur Stressminderung und Blutdrucksenkung und daher zur Entspannung beiträgt. Im heutigen, modernen Schulsystem können Hunde einen wichtigen erweiternden Baustein im Bereich der individuellen Förderung und bei der Stressminderung darstellen.

Unterschiedliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Hunde eine wertvolle Hilfestellung bei der Wahrnehmung der eigenen Person sind. Mit Hunden kann der Mensch Verhalten nicht diskutieren, sie spiegeln es einfach und kehren es um. Auf diese Weise kann empathisch erreicht werden, die Rechte anderer Lebewesen zu erkennen und zu respektieren.

Die psycho-soziale Interaktion hebt das Selbstbewusstsein des Schülers ungemein, wenn z. B. der Hund auf Anweisung kleinere Befehle ausführt oder sogar neue Tricks erlernt. Wenn der Schüler für den Hund sorgt, indem er den Wassernapf bereitstellt oder die Decke holt, lernt er Verantwortung für ein Mitgeschöpf zu übernehmen.

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Wie sieht der Alltag mit dem Schulhund aus?

Der Schulhund begleitet den Halter zwei bis drei Mal in der Woche für zwei bis drei Stunden in die Schule. Die Regeln für den Umgang mit dem Schulhund werden mit den Schülern vorher besprochen bzw. hängen aus. Er tritt stets im Team mit der Besitzerin auf und ist ständig unter ihrer Aufsicht.
Während des Unterrichts bewegt sich der Hund in der Regel frei in der Klasse. Man darf ihn aber nicht zu sich rufen. Er entscheidet, zu wem er geht und kann sich auch hinlegen. Die Schüler dürfen den Schulhund während der Stunde streicheln, wenn er kommt. Die Anwesenheit des Hundes im Klassenraum muss von jedem toleriert werden, der direkte Kontakt ist aber völlig freiwillig. Ein Schüler kann den Hund auch ignorieren oder aber ruhig wegschicken. Missachten die Schüler die vereinbarten Regeln, wird der Hund sofort geschützt und aus der Klasse entfernt. Regeln zum

Umgang mit dem Hund werden nicht diskutiert und sind nicht verhandelbar.

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Bedenken


Angst vor Hunden:

Einzelne Schüler haben Angst vor Hunden. Durch die freundliche Ausstrahlung und die Sanftheit eines Hundes kann es aber gelingen, diese Angst zu vermindern und einen natürlichen Umgang mit Hunden zu erlernen. Die Vermittlung von „Hundesprache“ im Schulhundprojekt hilft auch im Alltag beim richtigen Umgang mit fremden Hunden. Es gibt auch gezielte Übungen zum Hundekontakt für ängstliche Kinder.

Allergien:

In der Fachliteratur lässt sich nachlesen, dass hundespezifische Allergien (also allergische Reaktionen auf die Allergene Can f1 bis f3) beim Schulhundeinsatz eher eine untergeordnete Rolle spielen. Diese wirken sich bei Betroffenen nur aus, wenn sich die Haare in Teppichen festsetzen oder wenn der Hund dauerhaft im gleichen Zimmer schläft. In der Schule reicht der Zeitraum nicht aus, um allergische Reaktionen im Kontakt mit Schülern auszulösen.

 

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Allgemeine Schulhund-Regeln für die Klasse

  1. Die Schüler dürfen den Hund in seiner Ruhezone nicht stören und streicheln.
  2. Die Schüler dürfen dem Hund nichts wegnehmen und sollten ihn nicht in die Augen starren: Es gilt das Prinzip des höflichen Verhaltens nach Hundeart, um Konflikte zu vermeiden.
  3. Die Schüler sollen leise bzw. normal laut sein, d. h. nicht schreien und lärmen, da der Hund geräuschempfindlich sein kann.
  4. Die Schüler sollen den Hund nicht festhalten, hochheben, ärgern oder ungefragt füttern und vor dem Körperkontakt sicherstellen, dass der Hund den Schüler wahrgenommen hat, ihn an bestimmten Stellen nicht streicheln und zu nichts zwingen.
  5. Die Schüler sollen sich nicht vom Hund ablenken lassen, nicht während des Unterrichts mit ihm spielen und Kommandos nur nach Absprache geben.
  6. Die Schüler sollen im Klassenzimmer nicht rennen.
  7. Schultaschen sind geschlossen zu halten, weder Essen noch Gegenstände sollten herumliegen.
  8. Immer nur ein Schüler darf den Hund streicheln oder mit ihm kuscheln (nicht mehrere Schüler gleichzeitig).
  9. Das Einhalten von Hygieneregeln sowie das Händewaschen sind Pflicht.
  10. Regeln für die Arbeit mit dem Hund sollen beachtet werden: Loben, Nein-Sagen, beim Namen nennen und Konsequent-Sein.

 

 

 

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